24 Juni 2014 - 04:59
Kerry überraschend nach Bagdad – Treffen mit Premier al-Maliki

US-Außenminister John Kerry, der am Montag zu einem Überraschungsbesuch im Irak eingetroffen ist, führt in Bagdad Gespräche mit dem Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki, meldet AFP.

Kerry hat laut seiner Sprecherin Jen Psaki vor, Schritte der USA zur Unterstützung der irakischen Führung im Kampf gegen die Extremisten zu erörtern. Außerdem will er die Landesführung zu einer möglichst baldigen Aufstellung der Regierung, die die Interessen aller Iraker vertreten soll, zu bewegen. Die Lage im Irak hatte sich Anfang vergangener Woche zugespitzt, nachdem die Rebellengruppe Irakischer Staat im Irak und der Levante (Isil) die zentralirakischen Städte Mosul und Tikrit eingenommen hatte. Die irakischen Soldaten flohen aus den besetzten Gebieten. Viele Militärs wurden gefangengenommen, einige davon von Extremisten hingerichtet. Am Sonntag hatte Kerry bei seinem Ägypten-Besuch erklärt, dass die USA für die aktuellen Geschehnisse im Irak nicht verantwortlich seien und nicht vorhaben, ihre Soldaten in den Irak zu entsenden. Zugleich wollen sie dem irakischen Volk bei der Aufstellung der Regierung sowie bei der Wahl seiner Zukunft helfen. Zuvor hatte US-Präsident Barack Obama angekündigt, bis zu 300 Militärberater nach Bagdad zu schicken. Außerdem wollen die USA ihre nachrichtendienstlichen Aktivitäten im Irak intensiver betrieben.